Digitale Achtsamkeit statt Digital Detox

Digitale Achtsamkeit statt Digital Detox

Digital Detox wollte ich immer mal machen. Aber irgendwie habe ich es nie geschafft, meinen Plan in die Tat umzusetzen. Ich bin gerne online und interagiere mit meiner Community auf Instagram. Es macht mir wahnsinnig Spaß. Daher habe ich Digitale Achtsamkeit für mich entdeckt und es war so ein Gamechanger! 

Was ist Digitale Achtsamkeit bzw. Digital Mindfulness?

Der Unterschied von digitaler Achtsamkeit zur Digital Detox besteht darin, dass man nicht offline ist, sondern die Zeit, die man auf den sozialen Netzwerken verbringt, sinnvoll nutzt, sodass sie einem selbst guttut und einen nicht runterzieht oder einem die Zeit stiehlt. 

Ich kenne das von mir noch ziemlich gut. Manchmal war ich stundenlang auf Instagram unterwegs und habe mir Profile von Menschen angeschaut, die ständig verreisen, eine Traumvilla besitzen oder auf jedem zweiten Bild eine neue Tasche in die Kamera halten. Dazu noch all die Mädels, die einen Körper mit perfekten Proportionen haben und sich auf Hawaii im knappen Bikini sonnen. Als ich dann an mir runtergeguckt und mich umgeschaut habe, war ich frustriert. War Instagram nicht mal ins Leben gerufen worden, um zu inspirieren? Personen mit dem gleichen Mindset zu connecten? Und Tipps für die nächste Reise, das Abendessen oder neue Modetrends zu geben? 

Ich bin in den Tiefen der Millionen Bilder und Videos untergegangen und habe vergessen, darauf zu achten, was mir guttut und was nicht. Wie ich es geschafft habe, die sozialen Netzwerke für mich zu nutzen, sodass sie mich bereichern? Hier kommen meine Tipps!

1. Ausmisten!

Dieser Tipp kostet viel Zeit, ist aber auch wahnsinnig effektiv. Wie vielen Leuten folgst du? Bei mir waren es, als ich angefangen habe mit dem Ausmisten, noch 1.400. Mittlerweile sind es „nur noch“ 640. Ich bin auf jedes Profil (die Profile meiner Freunde ausgenommen) draufgegangen und habe mir folgende Fragen gestellt:

Warum folgst du diesem Profil?

Inspiriert es dich auf eine positive Weise?

Falls die Antwort „Nein“ war, bin ich dem Account direkt entfolgt. Es hat mehrere Anläufe gebraucht, da mir die Entscheidung oft nicht einfach fiel, aber je mehr Profilen ich entfolgt bin, desto leichter wurde die Last auf meinen Schultern. Klingt pathetisch, ist aber so. 

2. Mehr kommentieren 

Instagram und alle anderen sozialen Netzwerke können sehr einsam und einseitig sein. So wie eine Einbahnstraße. Man konsumiert passiv Bilder und Videos, die die Accounts (meist) mit viel Liebe hochladen und hüpft vom einen aufs andere Profil. Auch wenn die Bilder mir oft gefielen habe ich höchstens mal ein Like dagelassen, sehr selten ein Kommentar. Mittlerweile schreibe ich wieder viel mehr unter die Bilder, die mir gefallen oder nutze die Direct Message-Funktion. Es ist so schön, mit den Leuten zu interagieren, die man toll findet und dann auch noch ein Feedback zu bekommen. Je größer das Profil, desto seltener bekommt man eine Antwort. Deshalb gucke ich mir auch wahnsinnig gerne kleine Profile an und tausche mich mit ihnen aus. Das ist dann fast so wie mit einer Freundin/ einem Freund, mit der/ dem man schreibt. 

3. Push Funktionen ausstellen 

Das ist ein Tipp, den ich euch vermutlich gar nicht geben sollte. Es ist nämlich super wichtig für uns Blogger, in möglichst kurzer Zeit viele Likes und Kommentare auf Instagram zu bekommen, damit unsere Bilder vom Algorithmus gut bewertet und möglichst vielen Leuten ausgespielt werden. Aber auf der anderen Seite: Wenn ihr euch Zeit nehmt, um eure Lieblings-Accounts anzuschauen, dann seht ihr mein Bild ja auch nach 2 Stunden noch 🙂 Also: Stellt eure Push Funktion aus. Ihr konsumiert bewusster und habt nicht das Gefühl auf jede Push Nachricht draufklicken zu müssen, um zu sehen, welches neue Bild hochgeladen wurde.

Ich hatte lange Zeit die Push Funktion meiner Lieblings-Accounts für Posts auch eingeschaltet. Mehrere Male in der Stunde hat mein Handy dann aufgeblinkt und mich aus meiner Arbeit oder den Gedanken gerissen. Das hat mir gar nicht gutgetan. Mittlerweile frag ich mich: Warum habe ich das nicht schon früher gemacht?

Das ist wie eine nachhaltige Ernährungsumstellung. Zuerst fällt es einem schwer. Aber wenn man dann erst einmal im Flow ist, dann ist es das allerbeste Gefühl. Digitale Achtsamkeit ist also mein neues Digital Detox 🙂

Love,

Laura Herz Logo

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4 Kommentare zu „Digitale Achtsamkeit statt Digital Detox

  1. Hallo Laura,
    die Push-Funktion habe ich schon nach meinem ersten Tag bei IG ausgeschaltet, weil mir die ewigen Nachrichten auf den Geist gingen. Einigen großen Accounts folge ich ganz bewusst, weil sie mich interessieren. Und hier bei WordPress lasse ich mich auch nicht per e-Mail benachrichtigen, wenn ein neuer Beitrag erscheint. Mein Prinzip lautet: Follow for Follow, aber nur bei Frauen. Männer verwechseln ein Follow leider sofort mit einer Einladung zum Flirt-Chat.
    Liebe Grüße
    Reni

  2. Liebe Laura, ich finde deinen Beitrag großartig, denn auch mir fällt Digital Detox grundsätzlich schwer. In Form einer digitalen Achtsamkeit habe ich es bisher noch nicht betrachtet, stimme dir darin jedoch voll und ganz zu – denn es verhindert, dass wir stundenlang online und auf Instagram unterwegs sind, ohne wirklich etwas zu ‚tun‘. Das unbefriedigende Gefühl lässt so nicht lange auf sich warten. Sich selbst Grenzen für seine Screen-Time am Tag zu setzen und diese Zeit sinnvoll zu nutzen, scheint mir hier der perfekte Mittelweg zu sein 🙂

    Liebe Grüße
    Teresa

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