Traveldiary: Unsere Deutschlandreise mit dem Bulli | Osten

Deutschlandreise mit dem Bulli

Nachdem unsere Reise nach Griechenland wegen Corona abgesagt wurde, haben wir uns dazu entschieden, stattdessen Deutschland mit dem Bulli zu erkunden. Meine Erfahrungen zum Leben im Camper und die Reiseziele möchte ich im Traveldiary „Deutschlandreise mit dem Bulli“ mit euch teilen. 

Relativ schnell stand fest, dass wir in den zwei Wochen Urlaub nicht an einen bestimmten Ort fahren, sondern viele uns noch unbekannte Gegenden in Deutschland erkunden möchten. Und davon gibt es wahrlich viele. Über Pinterest haben wir uns inspirieren lassen und ein paar Städte sowie Orte rausgesucht, die uns interessierten. Die Reiseroute stand also schnell fest. Aber fangen wir bei dem Reisegefährt an, das uns die zwei Wochen klimaneutral und praktisch sowie stylisch von A nach B gebracht hat.

Mit welchem Camper seid ihr verreist? 

Wir haben den VW California T6 Ocean von Roadsurfer gemietet. Auf der Webseite findet ihr das Modell unter „Surfer Suite“. Der Bulli hat alles Nötige eingebaut – vier Schlafplätze, viel Stauraum, Licht, einen Kühlschrank, zwei Herdplatten und ein kleines Waschbecken. Auch dabei ist eine Außendusche, die man hinten im Kofferraum anstecken und sich mobil duschen kann. Es hat uns ein paar Tage Eingewöhnungszeit gebraucht, bis wir wussten, wo sich alles befindet und wir uns sicher gefühlt haben.

Roadsurfer VW California T6 Ocean
Roadsurfer VW California T6 Ocean

Zu Beginn haben wir noch unten im Bulli geschlafen. Nach den ersten beiden Nächten schliefen wir dann bereits oben im aufgestellten Dach. Das ist wegen des Lattenrostes noch bequemer als das Bett unten. Das Freiheitsgefühl und das Wissen, einfach losfahren und da anhalten zu können, wo wir wollten, war ganz neu für uns und gleichzeitig aufregend sowie wunderschön. Fast jeden Tag kochten wir uns unser Mittagessen auf den beiden Herdplatten – Gnocchi mit Pilzrahmsoße, Rainbow-Bowl oder zum Beispiel Nudeln mit Pesto und Topfgemüse. Das war gar nicht so umständlich wie man vermuten würde 🙂

1. Stop: Regensburg 

Unseren ersten Halt machten wir eine Stunde von München entfernt in Regensburg. Beziehungsweise zu allererst am Guggenberger See. Das Wetter war traumhaft und wir wollten in die Natur! Am See haben wir die Sonne genossen, mit Blick aufs Wasser Mittagessen gekocht und waren schon drauf und dran, in unserer ersten Nacht direkt am See wild zu campen. Dass das in Deutschland verboten ist, brauche ich den meisten von euch vermutlich nicht sagen 🙈 Wir waren schon am Einschlafen, da kam ein Security-Wagen entlang gefahren und hat in unser Auto geleuchtet. Sie haben uns zwar nicht aufgefordert zu gehen, aber wohl war uns danach trotzdem nicht mehr dabei. In der ersten Nacht alles zu riskieren wäre vermutlich auch nicht die allerbeste Idee gewesen. Also sind wir ein paar Minuten weiter an einen offiziellen Parkplatz für Wohnwagen gefahren. 

Guggenberger See, Regensburg

Den haben wir über die App park4night gefunden, die ich jedem Camper nur ans Herz legen kann. Die App zeigt euch Parkplätze und richtige Campingplätze mit Sanitäranlagen und Strom an, meist mit Bildern und Bewertungen. Gold wert und sehr nützlich!

Regensburg hat italienisches Flair. Die Stadt ist direkt am Wasser gelegen, mit kleinen Gässchen und schönen Bauten. Nachdem wir uns den Regensburger Dom angeschaut hatten, sind wir mit einer duftenden Pizza unterm Arm an die Donau gelaufen. Dort haben es sich ganz viele junge Menschen zum Sonnenuntergang bequem gemacht und ihren Wein oder Bierchen getrunken. Das war ein toller Anfang unserer Reise. 

Regensburg Domplatz

Bevor wir uns auf den Weg zu nach Dresden machten, haben wir nochmal am Roither Weiher gehalten, direkt am Wasser unser aktuelles Lieblingsgericht Gnocchi in Salbeibutter mit Spargel gegessen und sind danach in den Weiher gehüpft, um „zu duschen“. Der Weiher ist klein, gemütlich und von Bäumen umsäumt. Für einen kleinen Ausflug kann ich ihn euch sehr ans Herz legen. 

Deutschlandreise Roither Weiher

2. Stop: Dresden

Dresden hatte ich nie so richtig auf dem Schirm. Dass die Stadt SO schön sein wird, hat mich richtig erstaunt. Wir haben einen ausgiebigen Spaziergang in der fast menschenleeren Altstadt gemacht und die klassische Architektur der rekonstruierten Bauten bewundert (vieles wurde im zweiten Weltkrieg zerstört). Unbedingt anschauen solltet ihr euch den Theaterplatz sowie den Dresdner Zwinger. Letzteres ist architektonisch dem Schloss Versailles nachempfunden und hat echtes Pariser Flair. Das Wahrzeichen von Dresden ist die barocke Frauenkirche, die mitten auf dem Neumarkt steht und eine sehr eindrucksvolle Kuppel hat.

Dresdner Zwinger Deutschlandreise
Dresdner Zwinger Deutschlandreise

Vom Kongresszentrum aus haben wir noch das Yenidze Gebäude gesehen. Es war früher eine Zigarettenfabrik und beherbergt heute den höchsten Biergarten der Stadt – im Stil einer Moschee. Sehr skurill. Last but not least machten wir vor unserer Abfahrt noch einen kleinen Abstecher in der Pfunds Molkerei. Sie gilt als schönster Milchladen der Welt und das kann ich nur bestätigen. Alle Wände und sogar die Decke sind mit handgemalten Fliesen von Villeroy & Boch verziert. 

Dresden Sightseeing Yenidze

Wo habt ihr nachts mit dem Bulli geparkt?

Die ersten beiden Nächte hatten wir keinen besonders schönen Stellplatz, aber der Stellplatz der dritten Nacht in Dresden war so cool, dass ich ihn unbedingt mit euch teilen möchte. Wir standen nämlich genau gegenüber vom Autokino Cars & Stars (Messering 6, 01067 Dresden). Zufälligerweise lief an dem Abend der Film „Der Junge muss an die frische Luft“ – die Autobiografie von Hape Kerkeling. Wir haben ein bisschen am Radioknopf gedreht und fanden relativ schnell den richtigen Sender, auf dem der Ton des Films lief. Das Auto noch schnell in die richtige Richtung gedreht und das Dach aufgefahren, hatten wir den perfekten Platz. Ausgestattet mit Fernglas und eingemummelt in Decken war das einer meiner liebsten Abende der ersten Woche. Als dann auch noch ein wilder Fuchs vor unserem Auto entlanglief, war das Glück perfekt. 

Wieder über die App park4night haben wir am darauffolgenden Tag einen schönen Campingplatz mit Blick auf die Berge in Gohrisch gefunden: Caravan Camping am Dorfplatz 181D. Für zwei Nächte bezahlten wir 60€ – inklusive WLAN, Toilette und heißer Dusche. Ein Pool, Spielplatz für die Kinder und Gaststätte hätte es auch noch gegeben. Und bei diesem Ausblick in die schöne Natur der Sächsischen Schweiz, nahe dem Elbsandsteingebirge, empfanden wir den Preis als vollkommen angemessen. 

Deutschlandreise Campingplatz Elbsandsteingebirge
Deutschlandreise Campingplatz Elbsandsteingebirge

3. Stop: Elbsandsteingebirge im Nationalpark Sächsische Schweiz 

Bei unserem Hike zur Basteibrücke parkten wir am „Wanderparkplatz am Gamrig“ und sind die Rathener Straße runtergelaufen. Nach ein paar Minuten kamen wir an eine Zweigung, an der man sich entscheiden konnte, durch den Wald oder an der Straße entlang bis nach Rathen zu laufen. Wir entschieden uns für den Waldweg und waren sehr glücklich darüber, da wir kurz darauf zwei schottische Hochlandrinder entdeckten, die genau am Zaun lagen. Waren die süß! Den Weg immer weitergelaufen, kamen wir an einer Straße raus (Zum Grünbach) und liefen diese bis zur Kreuzung Amselgrund runter. An diesem Punkt mussten wir nur noch einbiegen und gelangen den Basteiweg hoch zu mehreren Aussichtsplattformen.

Der Blick über die Elbe und grüne Landschaft gefielen mir besonders gut. Die Menschenmassen, die ebenfalls hochpilgerten, dagegen weniger. Da zurzeit noch alle Grenzen geschlossen sind, waren wir sehr verwundert, so viele Menschen zu treffen. Ich kann euch daher empfehlen, ganz in der Früh loszugehen. Da sind dann hoffentlich nicht so viele Leute unterwegs und ihr könnt die Aussicht in Ruhe genießen. Denn die ist wahrlich genial. Fast so ein bisschen wie über den Wolken fühlt man sich, wenn man auf der Aussichtsplattform steht und die Basteibrücke in der Ferne anschaut.

Elbsandsteingebirge Basteibruecke
Basteibruecke

4. Stop: Hamburg 

Hamburg liegt zwar nicht mehr im Osten, aber es markiert den Abschluss unserer ersten Woche und gehört daher noch zum Traveldiary Teil 1. In Hamburg haben wir einen Pitstop bei Nicholas Mama eingelegt, Wäsche gewaschen, den Wassertank aufgefüllt und mal wieder Ofengemüse gegessen. Spazieren waren wir im Klöpperpark und an den Volksdorfer Teichwiesen. Darüber hinaus durfte ein Abstecher in der Speicherstadt auf keinen Fall fehlen. Wusstet ihr, dass Nicholas und ich uns in Hamburg vor 5 Jahren über Tinder kennengelernt haben? Auch ist es immer wieder schön, in die Stadt zurückzukommen, in der ich zwei Jahre gelebt habe. Einen weiteren Spaziergang machten wir im Park Planten un Blomen und beendeten unseren Besuch mit einem typisch hamburgerischen Mittagessen: Fish & Chips im Fabios Fischbistro.

Fabios Fishbistro Fish and Chips
Speicherstadt Hamburg
* dieser Artikel ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Roadsurfer entstanden (die Kooperation hat keinen Einfluss auf meine Meinung)

Ganz bald kommt auch der zweite Teil des „Traveldiary: Unsere Deutschlandreise mit dem Bulli“, in dem ich euch von den weiteren Stopps, die wir im Westen von Deutschland gemacht haben, erzähle.

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